Das Gebäude

Verstaubte hölzerne Setzkästen, Lettern aus Blei und verwitterte Schriftschablonen erzählen die Geschichte der Alten Druckerei Ottensen. Christian Bruhn, der 1856 als Buchbinder-Geselle nach Ottensen kam, legte den Grundstein. Sein Sohn Theodor Bruhn kaufte 1892 gemeinsam mit seinem Schwager Friedrich Dietz das Gelände in der Bahrenfelder Straße 71 – und gründete die Firma Bruhn & Dietz. Dort im Hinterhof wurden in der alten Backsteinfabrik Geschäftsbücher und Formulare gedruckt. Die Geschäfte florierten, bald exportierten die Ottenser Unternehmer ihre Druckerzeugnisse bis nach Übersee. Mehr als 100 Menschen fanden hier Arbeit.

Im Vorderhaus etablierte sich das Papiergeschäft Bruhn & Dietz, das heute von Christine Bruhn in der 5. Generation unter dem Namen Christine Bruhn Papier + Design fortgeführt wird.

In diesem Gebäude nahe dem Spritzenplatz, in dem Herbert Bruhn 1948 geboren wurde, entstanden schon das Landesjugendorchester Hamburg und das Altonaer Puppentheater; im Dachgeschoss hatte der bekannte Regisseur Hark Bohm sein erstes Büro.

Heute sammeln sich in der Alten Druckerei – typisch für Ottensen – vor allem Kreative, Film- und Medienschaffende. Es werden Konzepte geschmiedet und Alliancen gebildet, man kennt sich, man tauscht sich aus. Und manchmal öffnet sich das alte Gebäude auch für Gäste: Wenn im Souterrain im Hinterhof des Gebäudeensembles Musik gemacht oder Kunst ausgestellt wird, wenn Lesungen stattfinden oder über Medien diskutiert wird.