Sir Peter Ustinov - Achtung! Vorurteile
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„Nach Jahrhunderten im Untergrund ist das Vorurteil als Maulwurf in unserer Mitte identifiziert worden: als einer der großen Schurken in unserer Besetzungsliste der Geschichte. Mit Witz, Scharfsinn und
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„Nach Jahrhunderten im Untergrund ist das Vorurteil als Maulwurf in unserer Mitte identifiziert worden: als einer der großen Schurken in unserer Besetzungsliste der Geschichte. Mit Witz, Scharfsinn und großer Menschenkenntnis widmete sich Sir Peter Ustinov in seinem letzten Buch einem Thema, das nichts von seiner Aktualität verloren hat: unseren Vorurteilen. Für ihn sind sie verantwortlich für zahllose Missverständnisse zwischen Menschen, Nationen und Religionen – und zugleich etwas, von dem sich wohl niemand ganz freisprechen kann. Doch Ustinov wäre nicht Ustinov, würde er seinem Publikum mit erhobenem Zeigefinger begegnen. Stattdessen hält er uns mit feiner Ironie und entwaffnendem Humor den Spiegel vor: „Wer über Vorurteile urteilen will, der fasse sich zuerst an die eigene Nase.“ Der bekannte Schauspieler Max Herbrechter, der in mehr als 260 Kino-, Film- und Fernsehproduktionen zu erleben war, liest und interpretiert Geschichten, Essays und Anekdoten Ustinovs. Dabei lässt er dessen Sprachwitz ebenso lebendig werden wie die nachdenklichen und überraschend aktuellen Seiten seiner Texte. Die Pianistin Aida Sikira stellt Ustinovs Gedanken eine musikalische Hommage an den großen Weltbürger zur Seite. Ihre Auswahl führt durch unterschiedliche Epochen und Klangwelten der Klaviermusik und nimmt damit Ustinovs Neugier auf Menschen, Kulturen und die Vielfalt des Lebens auf. So entsteht ein Abend zwischen Literatur und Musik, zwischen feinem Humor und ernsthafter Reflexion: skurril, berührend, geistreich und nachdenklich – und eine Einladung, die eigenen Gewissheiten und Vorurteile mit einem Augenzwinkern zu überprüfen.
Über die Künstler: Die Pianistin und Cembalistin Aida Sikira hat ihre familiären Wurzeln in Bosnien und ihre musikalischen in der Barockmusik. Ihre ersten Erfahrungen am Klavier sammelt Aida bereits im Alter von 5 Jahren. Das Piano einer Bekannten ihrer Eltern übt eine so große Faszination auf sie aus, dass sie Stunden damit zubringt Musikstücke aus dem Gedächtnis nachzuspielen. Mit 14 Jahren gewinnt Aida Sikira den ersten Bundeswettbewerb für Cembalo Solo. Die damaligen Juroren Edith Picht-Axenfeld und Franz Peter Goebels bescheinigen ihr grosses Talent. Sie erhält ein Stipendium des Cembalobauers Martin Sassmann und des Kultusministeriums Schleswig–Holstein und wird mit dem Jörg Steinbach Förderpreis ausgezeichnet, eine rege Konzerttätigkeit beginnt. Aida Sikira nimmt ein Klavierstudium an der Musikhochschule Lübeck auf und schliesst es in der Klasse von Prof. Konrad Elser erfolgreich ab. In Zusammenarbeit mit den namhaften Professoren Vitaly Margulis, Karl Heinz Kämmerling, Andrzej Jasinski, Günter Reinhold, Michael Sanderling, Petru Munteanu und Sachar Bron vertieft sie ihre Kenntnisse. Die Arbeit mit Prof. Peter Feuchtwanger in London ist dabei als besonderer Meilenstein zu nennen. Das Repertoire von Aida Sikira umfasst Sololiteratur des 17.- 20. Jahrhunderts, eigene Bearbeitungen, kammermusikalische Werke, literarische Programme mit deutschen Schauspielern und Projekte mit Kollegen aus dem Bereich Jazz.
Max Herbrechter, 1958 in Dortmund geboren, absolvierte seine künstlerische Ausbildung von 1981 bis 1985 an der Folkwang-Hochschule Essen. Seit den späten 1980er-Jahren arbeitet er als Schauspieler für Film, Fernsehen und Theater und zählt mit mehr als 260 Kino-, Film- und Fernsehproduktionen zu den vielseitigen deutschen Charakterdarstellern. Seine Theaterarbeit führte ihn von 1990 bis 2023 unter anderem an das Bayerische Staatsschauspiel/Residenztheater München, die Komödie Hamburg, das Winterhuder Fährhaus, das Theater an der Kö sowie zu den Bad Hersfelder Festspielen. Parallel entwickelte Herbrechter eigene Kabarett- und Comedy-Programme und war unter anderem mit „Die Goldene Ente“, „SOS-MAYDAY“ sowie „8 – 9 – AUS!“ am BKA Berlin zu erleben. Einem breiten Fernsehpublikum wurde er bereits 1990 durch eine Hauptrolle in dem Vierteiler „Rote Erde II“ bekannt. Es folgten zahlreiche Kino- und Fernsehproduktionen, darunter „Irren ist männlich“, „Grand Paradiso“, „Die Mamba“ und „Wir sind die Flut“ sowie prägnante Rollen in „Tatort“ und „Polizeiruf 110“. In drei Verfilmungen der erfolgreichen Kinderbuchreihe „Pettersson und Findus“ verkörperte er zwischen 2014 und 2018 die Rolle des Gustavsson. Seit 2016 ist er in der ARD-Reihe „Der Kroatien-Krimi“ als Polizeichef von Split zu sehen. Auch als Sprecher hat sich Max Herbrechter ein umfangreiches Repertoire erarbeitet. Seit 2006 wirkt er regelmäßig an Hörbuch- und Hörspielproduktionen mit, darunter zehn Hörbücher der Reihe „Ein Fall für Kwiatkowski“ für Igel Records sowie Produktionen für WDR und NDR. Eine weitere Facette seiner künstlerischen Arbeit sind Konzertlesungen, bei denen sich Literatur und Musik miteinander verbinden. Gemeinsam mit der Pianistin Aida Sikira gestaltet er unter anderem „Achtung! Vorurteile“ nach Sir Peter Ustinov sowie „Der Äthiopier“ von Ferdinand von Schirach.
Neben seiner Arbeit auf Bühne, Leinwand und vor dem Mikrofon ist Herbrechter seit 1989 als Coach tätig. Er begleitet Schauspieler sowie TV- und Radiomoderatoren und arbeitet mit Schauspielschülern und Bands an Bühnenpräsenz, Ensemblearbeit und gruppendynamischen Prozessen. Sein Konzept „Die Arbeit mit dem Fiasko“ wurde wesentlich durch die Zusammenarbeit mit Pierre Byland, Günther Titt und Willi Forwick geprägt. Für seine filmische Arbeit erhielt Max Herbrechter internationale Anerkennung. 1997 wurde er in den USA für seine Hauptrolle als Richard/Udo in „Rochade“ mit dem Foreign Student Award ausgezeichnet. Der Film „Giulias Verschwinden“, in dem er die Rolle des Valentin spielte, erhielt 2009 beim Filmfestival Locarno den Publikumspreis.
Max Herbrechter lebt in Hamburg.