In Zeit und Ewigkeit

So07Jul18:00So20:00In Zeit und EwigkeitMusik für Klavier und Gesang18:00 - 20:00

Informationen

Programm

Ann-Kathrin Strauch (*1996)
Le Cœur de L‘Orage

aus: Les Intemporels Op. 27 Nr. 2
Yiran Wang Klavier

Wolfgang-Andreas Schultz (*1948)
Im Blick der Bilder (2018)
01. Noli me tangere
02. Die heilige Maria Magdalena
03. Die Flucht nach Ägypten
04. Jakobs Traum
05. Abtei im Eichwald
Eberhard Hasenfratz Klavier

Ann-Kathrin Strauch (*1996)
Die Verlassenen Op. 28
01. Im Zweifel
02. Zurückweisung 03. Judas
04. Die Trauerweide 05. Ungewiss
06. Schlafes Bruder
Johanna Thomsen( Mezzosopran) – Yoogeon Hyeon (Bariton) – Henning Lucius (Klavier)

Erläuterungen zu den Werken:

Klavierzyklus Les Intemporels (Ann-Kathrin Strauch *1996)
Die Eröffnung mit einem Stück aus Les Intemporels (dt. Die Zeitlosen) soll den Auftakt zum Thema des heutigen Abends bilden, die Gegenüberstellung von Zeit und Ewigkeit, Vergänglichem und Bleibendem, Jenseits und Diesseits. In Le Cœur de L‘Orage regnet und stürmt es wortwörtlich; ein Gewitter ist ebenso unberechenbar wie das Leben mit all seinen entscheidenden Situationen, die einen Menschen bis zum Schluss prägen. Komplexe Figuren wie der biblische Judas oder Maria Magdalena zeigen, wie zerbrechlich die Beziehung zwischen Endlichem und Ewigem ist.
Klavierzyklus Im Blick der Bilder (Wolfgang-Andreas Schultz *1948)
1. „Noli me tangere“, nach Claude Lorrain: Dunkel, Morgendämmerung, auf dem Hügel hinten sieht man noch die drei Kreuze. Maria Magdalena, voll Unruhe und Sorge, sucht Jesus, denn das Grab ist leer, sie fragt den Gärtner und erkennt dann in ihm den Auferstandenen, der ihr sagt: „Rühre mich nicht an!“
2. „Die heilige Maria Magdalena“, nach Jacopo Tintoretto: Maria Magdalena, eine gebildete Frau, lesend dargestellt in einer geheimnisvoll-überirdischen Landschaft.
3. „Die Flucht nach Ägypten“, nach Jacopo Tintoretto: die Heilige Familie (Maria, Joseph und das Jesuskind) auf der Flucht vor Herodes, denn dieser fürchtet den prophezeiten „neugeborenen König“ und will alle Kinder umbringen lassen.
4. „Jakobs Traum“, nach Jacopo Tintoretto: Jakob, unruhig schlafend – schließlich sieht er im Traum die Leiter, auf der die Engel sich auf- und abwärts bewegen, die Jakobsleiter.
5. „Abtei im Eichwald“, nach Caspar David Friedrich: im unteren, dunklen Teil des Bildes eine Winterlandschaft, ein Friedhof mit Eichen, Mönche schreiten zu einer Totenfeier in die Ruine eines Klosters – der Himmel darüber hell leuchtend.
Die fünf Klavierstücke in Form von Präludien und Fugen nach Bildern von Claude Lorrain, Jacopo Tintoretto und Caspar David Friedrich benutzen die Form „Präludium und Fuge“ in der Art der mittleren Barockzeit, der Komponisten-Generation vor Bach, wo freie Partien und Fugenabschnitte sich abwechseln in einer im Grunde einsätzigen Komposition. Ihre Anregung empfingen sie von den genannten Bildern, ohne den Anspruch einer genauen Bildbeschreibung zu stellen.
Liederzyklus Die Verlassenen (Ann-Kathrin Strauch *1996)
Durch jedes einzelne Menschenleben erstreckt sich die Suche nach dem persönlichen Glück und doch sind es jene
Zustände, welche die Kraft zur Veränderung heraufbeschwören, die Steine, über die man stolpern muss, bevor man erkennt, wohin die Reise wirklich gehen soll. Die sechs Lieder können sowohl im weltlichen als auch im geistlichen Sinne begriffen werden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass zu Beginn wie auch am Ende des Zyklus’ buchstäblich die Glocken läuten.

Die Musizierenden:

Wolfgang-Andreas Schultz, geb. 1948 in Hamburg, studierte Musikwissenschaft und Philosophie, dann Komposition bei Ernst Gernot Klussmann und György Ligeti. Er war tätig erst als Assistent von Ligeti, dann als Professor für Komposition und Musiktheorie an der Musikhochschule Hamburg.
Ann-Kathrin Strauch, geb. 1996 in Schwalmstadt, schloss zunächst ein Studium in Musikwissenschaft und Philosophie an der Universität Leipzig ab, bevor sie ein Gesangsstudium bei Prof. Manuela Uhl an der Musikhochschule Lübeck anschloss. Während dieser Zeit lernte sie auch Chor- und Orchesterleitung, Korrepetition und wagte schließlich den Schritt in die Komposition. Seit Januar 2023 erhält sie Unterricht von Wolfgang-Andreas Schultz und seit Juni 2020 verbindet sie eine Zusammenarbeit mit dem Pianisten Henning Lucius, mit dem sie bereits zwei eigene Liederzyklen zur Uraufführung gebracht hat.
Yiran Wang wurde 2005 in Peking, China geboren. Mit sechs Jahren erhielt sie ersten Klavierunterricht von ihrem Vater, hernach wurde sie am Conservatory of Music von Xiaofeng Zhang ausgebildet. Sie konnte mehrfachen Erfolg bei internationalen Wettbewerben verzeichnen, u.a. belegte sie 2017 den 4. Platz beim USA Lancaster Piano Competition und im folgenden Jahr den 1. Platz beim Klavierwettbewerb Macau. Neben ihrer Solotätigkeit tritt Yiran Wang auch als Kammermusikerin auf, so arbeitete sie bereits mit dem Macau Orchestra und sammelte weitere Eindrücke bei Kammermusik-Meisterkursen und Kolibri-Wettbewerben in China. Erst seit 2023 lebt sie in Deutschland, wo sie an der Musikhochschule Lübeck bei Prof. Dr. Florian Uhlig Klavier studiert.
Eberhard Hasenfratz studierte in Würzburg und München. Er ist ein gefragter Pianist und Kammermusiker und lehrt – nach Lehraufträgen in Würzburg, Lübeck und Rostock – jetzt an der Universität der Künste Berlin, und ist als Kirchenmusiker in Hamburg-Blankenese tätig.
Der Pianist Henning Lucius studierte in Hamburg bei Peter-Jürgen Hofer, Gernot Kahl und Volker Banfield bis zum Konzertexamen sowie Bloomington/USA bei György Sebok und Shigeo Neriki. Entscheidende Impulse bekam er zudem auf Kursen bei Dietrich Fischer-Dieskau und Aribert Reimann. Er erhielt mehrere Preise und Stipendien, u.a. beim Deutschen Musikwettbewerb. Als Dozent ist Henning Lucius an der Musikhochschule Lübeck, der HMT Rostock und am Hamburger Konservatorium tätig, sowie als Gastdozent im Ausland. Er begleitete zahlreiche Gesangsmeisterkurse, u.a. von Edith Mathis, Sibylla Rubens, Thomas Quasthoff, Peter Schreier, Doreen DeFeis, James Hooper und Thomas Heyer. Als gefragter Liedbegleiter und Kammermusiker trat er bei verschiedenen Festivals auf. Er konzertiert im Klavierduo u.a. mit Mathias Veit (CDs), Julia Barthe (CD), Frauke-Maria Thalacker (CD) und Knut Schoch (CD). Tourneen und Konzerte führten ihn nach Frankreich, Argentinien, China, Iran, Litauen und Japan. Er prägte über mehrere Jahre als künstlerischer Leiter die Konzertreihe Appen Classics.
Die Berliner Mezzosopranistin Johanna Thomsen studiert im Master bei Prof. Manuela Uhl an der Musikhochschule Lübeck. Im Zuge ihres Studiums sang sie die dritte Dame aus Mozarts Zauberflöte, Zenobia in Händels Radamisto und die Mutter aus Stravinskys „Mavra“. Ihr Konzertrepertoire umfasst Bachs „Matthäuspassion“ sowie die „Kindertotenlieder“ von Mahler und Schönbergs „Pierrot Lunaire“, darüber hinaus singt sie in einem jungen Lied-Duo. Für die kommende Spielzeit wird sie Teil des Kölner Opernstudios sein.
Die Bariton Yoogeon Hyeon wurde 1993 auf der Jeju-Insel in Südkorea geboren. 2018 schloss er ein Bachelorstudium in Gesang an der Jeju National University (Südkorea) bei Prof. Oung Park ab. Es folgte ein Masterstudium an der Musikhochschule Lübeck bei Prof. Franz-Josef Einhaus, welches er im Juli 2022 mit Bestnote absolvierte. Derzeit befindet er sich an der gleichen Musikhochschule im Konzertexamen.

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