Mein Leben hängt an einer Saite

Sa15Jun20:00Sa22:00Mein Leben hängt an einer SaiteKonzert und Lesung mit Evgeniya Kleyn (Klavier) und Alexander Estis (Texte)20:00 - 22:00

Informationen

Der Kulturbetrieb bietet vielfältige absurde und tragikomische Situationen, die von jedem kulturliebenden Menschen immer wieder aufs Neue bestaunt und belächelt werden. Wenig schreibkundige Vielschreiber, kaum selbstkritische Kritiker, äusserst subjektive Objektkünstler, vollkommen taktlose Musiker und Schauspieler, die ausgespielt haben, bevölkern diese verschrobene Welt und scheinen nur so darauf zu warten, in skurrilen Anekdoten, pointierten Parodien, tragikomischen Dramoletten und boshaften Epigrammen aufs Korn genommen zu werden. Dieser dringlichen Aufgabe kommt der Satiriker Alexander Estis nach – und liest aus seinen Texten. Musikalisch kommentiert, begleitet und umrundet durch der Pianistin Evgeniya Kleyn. Ein Zwiegespräch der Worte und Klänge.

Über die Künstler

Als Kammermusikpartnerin tritt Evgeniya Kleyn regelmäßig mit international renommierten Musikern auf, u.a. Raphael Wallfisch, Camille Thomas und Alexey Stadler. In der letzten Zeit trat sie als Korrepetitorin bei hochkarätigen Wettbewerben wie dem Queen-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel, dem ARD- Wettbewerb in München und dem europäischen Radio-Wettbewerb in Bratislava in Erscheinung. Beim „Lutoslawski“-Violoncello-Wettbewerb in Warschau erhielt Evgeniya Kleyn den Sonderpreis „Award for the best accompanying pianist“. Sie begleitete zudem regelmässig die Meisterkurse von Prof. W.E. Schmidt und Prof. R. Wallfisch. 2019 konnte man sie bei einer Sendung des NDR in der Reihe „Podium der Jungen“ sehen und beim Programm „BBC in Tune“, welches live auf BBC 3 übertragen wurde.Geboren in einer Musikerfamilie begann Evgeniya Kleyn als Vierjährige mit dem Klavierspiel. Ersten Unterricht erhielt sie in der städtischen Musikschule in Tuapse (Russland) und trat schon als Kind mit verschiedenen Orchestern auf. Sie studierte am „Nikolai Rimski-Korsakow“-Konservatorium in Sankt Petersburg. Im darauffolgenden Masterstudium studierte sie Klavier bei Prof. Szokolay und Prof. Gruzman und Kammermusik bei Prof. Kondratjewa und Prof. W.E. Schmidt. Während ihres Studiums gewann Evgeniya Kleyn verschiedene internationale Preise und spielte bei verschiedenen Festivals; unter anderem bei „Junge Klassik aus Weimar“, „Wege zu Liszt“, im Beethovenhaus in Bonn und im Brucknerhaus in Linz. Sie initiierte mehrere Kammermusikprojekte, z.B., „Der bekannte und unbekannte Camille Saint-Saëns“, einen „DSCH-Marathon“ zu Ehren von Dmitri Schostakowitsch sowie Eduart Lassen und Johann Nepomuk Hummel gewidmete Konzerte. Evgeniya Kleyn war Charlotte-Krupp-Stipendiatin der Neuen Liszt Stiftung in Weimar. Später, beim Kammermusik-Studium in der Klasse von Prof. Markus Becker an der Hochschule für die Musik, Theater und Medien in Hannover, erhielt sie ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. 2019 gründete Evgeniya Kleyn unter dem Dach von TONALi die tonali young academy in Hamburg. Zurzeit engagiert sie sich aktiv in Sozialprogrammen und Ausbildungsprojekten. Im Jahr 2022 Evgeniya Kleyn eine der Organisatorinnen des Projekts Vita-U, das kostenlosen Kunstunterricht für ukrainische Flüchtlinge anbietet, die vor dem Krieg fliehen. Im Jahr 2023 gründete sie unter dem Dach von TONALi das jährliche Kunstfestival für Kinder – „Kinder Kunst Campus“.

Alexander Estis wurde in die jüdische Familie der sowjetischen Künstler Nikolai Estis und Lydia Schulgina geboren. Von Kindheit an beschäftigte er sich mit Zeichnen. Er besuchte Kunstschulen und erhielt Privatunterricht. Im Jahr 1996 zog er mit seinen Eltern nach Hamburg. Er absolvierte die Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg, von der er 2004 abging. 2010 schloss er sein Studium im Fachbereich Sprachen an der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Hamburg ab. Er unterrichtete Zeichnen, Latein, Deutsch und Neuere Deutsche Literatur am Gymnasium Heidberg (Hamburg) und am Collège Calvin (Genf) sowie mittelalterliche deutsche Literatur und historische Sprachwissenschaft an den Universitäten Hamburg, Freiburg, Genf, Zürich und der School of Management and Law der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
Seit 2016 lebt Estis in Aarau. Er hält Vorträge über Literatur, gibt Kurse in Literaturwissenschaft und tritt regelmäßig im Radiosender Deutschlandfunk Kultur auf.Als Schriftsteller arbeitet Estis hauptsächlich im Genre der Flash Fiction (Aphorismen, lyrische und szenische Miniaturen, Glossen, Mikroerzählungen, Epigramme, Essays), wobei er Elemente des Essayismus und der spekulativen Fiktion, satirische und tragische Mittel sowie traditionelle und rhythmische Prosa verbindet. Er arbeitet mit den deutschen Verlagen Hochroth[4] und parasitenpresse[5] zusammen und gleichzeitig als Rezensent, Beobachter und Kolumnist für führende deutschsprachige Medien, darunter Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, nd, Süddeutsche Zeitung, The European (Deutschland), Neue Zürcher Zeitung, WOZ Die Wochenzeitung (Schweiz). Er ist Autor von sieben Kurzprosa-Büchern: Sprüche des Russen (2019), Stellungnahmen zum Kulturbetrieb (2019), Langenthaler Wortgeschichten (2021), Handwörterbuch der russischen Seele (2021), Legenden aus Kalk (2022), Das Rondell (2022) und Fluchten (2022). Seine prosaischen Werke, Übersetzungen, kritischen und philologischen Artikel wurden in renommierten Literaturzeitschriften und Zeitungen wie Sinn und Form (Deutschland), Lichtungen (Österreich), entwürfe (Schweiz), Inostrannaja literatura, Literaturnaja učëba, Nesawissimaja gaseta (Russland) usw. veröffentlicht. Alexander Estis ist Mitglied der Autorinnen und Autoren der Schweiz und des deutschen Exil-P.E.N.[1] Er wurde mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, unter anderem mit dem Banater Rolf Bossert Gedächtnispreis (2020)[6], dem Schweizer Lydia-Eymann-Stipendium (2020–2021)[7] und dem Kurt-Tucholsky-Preis (2023).[8] 2022 war er Stadtschreiber in Dortmund.[9]

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